Deutscher Caritasverband e.V.
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Caritas-Präsident Neher: "Armut macht krank"
Kampagne zeigt Schwachstellen im deutschen Gesundheitssystem
Kampagne zeigt Schwachstellen im deutschen Gesundheitssystem
Berlin, 11. Januar 2011. „Das Krankheitsrisiko steigt und die Lebenserwartung sinkt, wenn Menschen lange arbeitslos sind oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen
arbeiten; wenn sie über wenig oder kein Einkommen verfügen oder der Bildungsstand niedrig ist.“ Dies macht Caritas-Präsident
Peter Neher heute vor Journalisten in Berlin bei der Präsentation der Caritas-Kampagne „Armut macht krank“ deutlich.
„In einem der reichsten Länder der Welt ist die Tatsache, dass Armut krank macht, ein provozierender Zustand“, so Neher. Zwar
habe Deutschland ein solidarisches Gesundheitssystem von hoher Qualität. Doch es gebe gravierende Unterschiede zwischen den
Einkommensgruppen: So liege die Lebenserwartung einer Frau aus der Armutsrisikogruppe rund acht Jahre unter der von Frauen
aus einer hohen Einkommensgruppe. Bei Männern seien es elf Jahre.
Menschen, die von Arbeitslosengeld II leben, überlegten sich jede Ausgabe genau. Dies führe u.a. dazu, notwendige Arztbesuche
aufzuschieben, um die Praxisgebühr zu sparen. Neher fordert daher die Abschaffung der Praxisgebühr. „Sie wurde eingeführt,
um nicht notwendige Arztbesuche einzuschränken. Dieses Ziel hat sie nicht erreicht. Sie ist allein ein ergänzendes Finanzierungsinstrument
mit hohen Bürokratiekosten.“
Besonders schwierig sei die Situation für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Für sie gebe es nur ungenügende Zugänge
zum Gesundheitssystem. Betroffen seien Obdachlose, Asylsuchende, Flüchtlinge oder Menschen, die illegal in Deutschland leben.
„Menschen gehen nicht zum Arzt, wenn sie Angst haben müssen, den Behörden gemeldet und abgeschoben zu werden. Wir fordern,
dass Menschen, die illegal in Deutschland leben, ihre Daten nicht preisgeben müssen, wenn sie einen Arzt brauchen.“
Die Gesundheit eines Menschen dürfe nicht von seinem Einkommen, seinem Aufenthaltsstatus oder seinem sozialen Netz abhängen.
„Wir brauchen keine Medizin-Tafeln in Deutschland“, so Neher. Erforderlich sei eine Politik, die Gesundheit als Thema quer
über alle Politikfelder verstehe und Armut und Arbeitslosigkeit noch aktiver als bisher bekämpfe. Nur so sei es möglich, den
fatalen Zusammenhang zwischen anhaltender Armut und hohem Krankheitsrisiko zu durchbrechen. Doch auch der Einzelne sei gefordert,
ihm solle die Verantwortung für die eigene Gesundheit nicht genommen werden. „Wir brauchen ein Präventionsgesetz, das Menschen
über Gesundheitsthemen informiert und bereits Kinder und Jugendliche erreicht.“
Das Statement des Präsidenten finden Sie hier .
Auf der Kampagnenwebseite www.jeder-verdient-gesundheit.de finden Sie persönliche Geschichten zum Thema von Betroffenen und Fachleuten, Kontakte zu Interviewpartnern, Sozialpolitischen
Positionen und einen Themenreport mit Zahlen und Fakten.
Bilder von der Pressekonferenz, bei der auch das Berliner Caritas-Arztmobil seine Arbeit vorstellt, sowie Audio-Footage mit
Statements von Präsident Peter Neher können Sie ab 14:00 Uhr herunterladen: www.jeder-verdient-gesundheit.de
Kontakt: Barbara Fank-Landkammer, Leiterin des Referats Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, Mobilnummer: 0175 / 1883780,
EMail: barbara.fank-landkammer@caritas.de
Fond Heimerziehung startet
Betroffene können sich an Anlauf- und Beratungsstellen in den westdeutschen Bundesländern wenden
Berlin, 02. Januar 2012. Seit 1. Januar 2012 stehen Betroffenen Mittel aus dem „Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren
1949 bis 1975“ (Fonds „Heimerziehung West“) zur Verfügung. Der Fonds wurde durch den Bund, die Länder Baden-Württemberg, Hessen,
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Bremen und Hamburg, die
Evangelische Kirche in Deutschland, die (Erz-) Bistümer der katholischen Kirche im Bundesgebiet, den Deutschen Caritasverband,
das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Ordensobernkonferenz errichtet. Insgesamt stehen
120 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von Bund, Ländern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer
Kirche und deren Wohlfahrtsverbänden und den Orden erbracht werden. Damit ist der Startschuss zur Umsetzung der Empfehlungen
des Runden Tischs Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren gegeben.
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte bereits bei der Veröffentlichung des Abschlussberichts des Runden Tisches Heimerziehung
am 13.12.2010 eine schnelle und effektive Umsetzung der Lösungsvorschläge gefordert. Der Vorsitzende der DBK, Erzbischof Dr.
Robert Zollitsch, zeigt sich über den Start des Fonds ab Januar 2012 erleichtert: „Ich freue mich, dass nun ein Angebot für
ehemalige Heimkinder vorhanden ist, das ihre zentralen Anliegen berücksichtigt: das Bedürfnis nach Aussprache, der Wunsch
nach Anerkennung, Beratung und therapeutischer Hilfe sowie finanzielle Hilfen.“ Erzbischof Zollitsch weist in diesem Zusammenhang
auf die katholische Heimkinder-Hotline hin, die bereits seit zwei Jahren Betroffenen die Möglichkeit bietet, sich zu persönlichen
Fragen und Problemen in Bezug auf die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse in Heimen in Trägerschaft der katholischen Kirche
zu informieren und Beratung in Anspruch zu nehmen. Dieses Angebot, das bislang von ca. 600 Personen in Anspruch genommen worden
ist, besteht vorerst weiter.
Betroffenen, denen während ihrer Heimunterbringung in den Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland Unrecht und
Leid zugefügt wurde, kann durch den Fonds eine Hilfe zur Bewältigung dieses Leids gewährt werden, soweit durch die Heimerziehung
heute noch Traumatisierungen oder andere Beeinträchtigungen und Folgeschäden bestehen und dieser besondere Hilfebedarf nicht
über die bestehenden Hilfe- und Versicherungssysteme abgedeckt wird. Darüber hinaus sollen Betroffene dabei unterstützt werden,
ihre Zeit der Heimunterbringung zwischen 1949 und 1975 aufzuarbeiten. In Fällen, in denen es aufgrund seinerzeit nicht gezahlter
Sozialversicherungsbeiträge zu einer Minderung von Rentenansprüchen gekommen ist, soll mit Hilfe des Fonds ein finanzieller
Ausgleich gewährt werden.
Anträge können bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden. Anlauf- und Beratungsstellen in den westdeutschen Bundesländern
und Berlin beraten Betroffene und ermitteln den konkreten Hilfebedarf. Für Betroffene aus Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen
sowie Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR ist geplant, bis zum Sommer 2012 entsprechende Regelungen und Grundlagen zu schaffen.
Auf der Website zum Fonds sind ausführliche Informationen zum Fonds, zur Antragstellung und zu den Zuständigkeiten der Beratungsstellen
zu finden: www.fonds-heimerziehung.de . Ein kostenloses Infotelefon gibt Auskunft über die zuständige Beratungseinrichtung: 0800 1004900 (montags: 8 Uhr bis 14
Uhr; dienstags, mittwochs, freitags: 16 Uhr bis 22 Uhr und sonntags: 14 Uhr bis 20 Uhr).
Mehr Service für Hilfesuchende im Internet
Informativ, attraktiv, hilfreich: der neue Webauftritt der Caritas
Berlin, 19. Dezember 2011. Sie suchen einen Pflegeplatz für Ihre Mutter? Sie wollen sich beruflich verändern? Sie sind bereit, sich ehrenamtlich zu
engagieren? Sie sind an den Stellungnahmen des Deutschen Caritasverbandes interessiert?
Auf dem runderneuerten Webauftritt www.caritas.de finden Sie vielfältige Informationen zu den Angeboten der Caritas in Deutschland. Breiten Raum nimmt dabei der Service für
Menschen ein, die Hilfe und Unterstützung suchen. Eine erste Orientierung bieten die Ratgeber- und Beratungsseiten, die eng
mit der Online-Beratung der Caritas verknüpft sind. Mehr als 25.000 Adressen von Einrichtungen, Verbänden und Diensten vor
Ort helfen, wohnortnah den richtigen Ansprechpartner zu finden.
Wer sich in der Caritas engagieren möchte, findet O-Töne von Freiwilligen und erfährt, welche Projekte und Einrichtungen Ehrenamtliche
suchen. Der Auftritt informiert über Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen, die integrierte Jobbörse bündelt die Stellenanzeigen
der Caritas bundesweit.
Die Zeitschriften neue caritas und Sozialcourage bereichern den Auftritt mit Fachartikeln, Kommentaren und Geschichten. Einen
umfangreichen Fundus für Experten im Sozial- und Gesundheitswesen bietet das Archiv der Zeitschrift neue caritas. Ein Glossar
zu den Hilfethemen der Caritas umfasst mehr als 450 Einträge und erklärt Fachbegriffe leicht verständlich. Alle Headerbilder
und die meisten Fotos des Auftritts zeigen Menschen der Caritas. Die Website vermittelt so auch optisch, um wen es in der
Caritas geht: Die Menschen.
Der Relaunch des Internetauftritts des Deutschen Caritasverbandes wurde gemeinsam mit der Berliner Agentur ressourcenmangel
gestaltet. Das Portal bietet jetzt einen noch attraktiveren und informativeren Service rund um die vielfältigen Angebote,
Dienste und Positionen der Caritas in Deutschland. Besuchen Sie uns: www.caritas.de
Kontakt: Marc Boos, Online-Redakteur des DCV, Telefon: 0761 / 200 239; E-Mail: web@caritas.de
Junge Flüchtlinge in Deutschland: Ein Leben ohne Zukunft
Fachverband IN VIA fordert Recht auf Bildung und Ausbildung
Freiburg, 16. Dezember 2011. Für junge Asylsuchende und Ausländer mit ungesichertem, humanitären Aufenthaltsstatus müssen endlich gesetzliche Grundlagen
und Angebote geschaffen werden, die ihnen ein normales Leben ermöglichen. Das fordert der katholische Fachverband IN VIA anlässlich
des Tages der Migranten am 18. Dezember.
Der Anteil der jungen Menschen unter Denjenigen, die in Deutschland Schutz suchen, ist groß. So sind fast 60 Prozent der 41.300
Asylerstantragsteller jünger als 25 Jahre. Aufgrund von Gewalt, Krieg, Verfolgung und lebensbedrohlichen Bedingungen mussten
sie ihre Heimat verlassen, oft haben sie ihre Familie verloren und Schreckliches mit angesehen - mit traumatischen Folgen.
Vor allem Mädchen und junge Frauen waren oft zusätzlich sexueller Gewalt ausgesetzt. Gleichzeitig müssen sie sich nach ihrer
Flucht in einer völlig fremden Lebenswelt zu Recht finden. „Auch wenn ihre Zukunft noch ungewiss ist, sollte diesen jungen
Menschen ein Anspruch auf Teilhabe nicht verweigert werden. Dazu benötigen sie Unterstützung Erlebtes aufzuarbeiten, Bildung
sowie Hilfen zur Ausbildung“ fordert Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland.
IN VIA begrüßt den Beschluss des Bundesrates, nach der auch Asylsuchende künftig einen Rechtsanspruch auf das Bildungs- und
Teilhabepaket haben sollen. Dieses umfasst Leistungen wie Schulbedarf, Nachhilfeunterricht, Sport- und Musikangebote sowie
Schulmittagessen. Das allein reicht aber nicht aus.
IN VIA fördert bundesweit in seinen Einrichtungen und Diensten über 20.000 Menschen mit Migrationshintergrund. „Zu uns kommen
auch viele junge Asylsuchende, die nichts sehnlicher wünschen als ein normales Leben ohne Krieg und Verfolgung mit der Perspektive,
einen Beruf zu erlernen und eine Familie zu gründen“ betont Marion Paar, Generalsekretärin von IN VIA. Die Realität sieht
anders aus: In dieser entscheidenden Lebensphase, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden, haben junge Asylsuchende
kaum Zugänge zu Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Immer wieder wird bekannt, dass besonders über 16-Jährigen der Schulbesuch
verweigert wird. Dies ist nicht hinnehmbar.
Eine Arbeits- bzw. Ausbildungserlaubnis erhalten diese Jugendlichen frühestens nach einem Jahr. Je nach eigenem Aufenthaltsstatus
oder dem ihrer Eltern müssen sie zwischen einem und fünf Jahren warten, um ein ausbildungsförderndes Angebot der Arbeitsagentur
zu erhalten. Diese restriktiven Gesetzesregelungen lehnt IN VIA ab. Sie erschweren den jungen Menschen sowohl die Integration
in Deutschland als auch eine Reintegration in ihr Heimatland. Diese Angebote müssen ihnen unmittelbar nach ihrer Einreise
offen stehen, unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status.
IN VIA ist ein international organisierter katholischer Frauenverband, der sich gesellschaftspolitisch und durch konkrete
Hilfen für gerechte Lebensbedingungen v.a. für Mädchen und junge Frauen einsetzt. IN VIA macht seit mehr als 100 Jahren Mädchen-
und Frauensozialarbeit und ist der katholische Träger der Bahnhofsmissionen in Deutschland. IN VIA arbeitet in rund 70 Städten
in Deutschland vor Ort und unterstützt Mädchen, Frauen und benachteiligte Jugendliche mit praktischen Hilfen auf ihrem Lebensweg.
IN VIA ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband.
Kontakt: Regine Rosner, Bundesreferentin, IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit- Deutschland e.V.,
Tel.: 0761 200 234, E-Mail: Regine.Rosner@caritas.de
Kirche findet Stadt
Kirchen engagieren sich gemeinsam mit Diakonie und Caritas in der Sozialen Stadt
Berlin, 14. Dezember 2011. „Kirche findet Stadt“ - gemeinsam engagieren sich Kirchengemeinden und ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie in Gemeinden
und Stadtteilen. Unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung präsentiert sich heute in Berlin
die ökumenische Kooperationsplattform mit ihren Beiträgen für die soziale Stadtentwicklung. Im Bundesbauministerium werden
mehr als 120 Beispiele aus der gesamten Bundesrepublik vorgestellt, die zeigen, wie kirchliche Gemeinwesenarbeit vor Ort gelingt.
„Mit dem ökumenischen Projekt „Kirche findet Stadt“ haben wir Akteure gefunden, die in ihren Gemeinden, Quartieren und Stadtteilen
nachbarschaftliches Zusammenleben in oft schwierigen Gebieten gestalten und aus christlicher Motivation heraus ihren spezifischen
Beitrag zur Gebietsentwicklung zu leisten“, sagt Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier am Mittwoch in Berlin anlässlich der
Vorstellung des Projektes im Bundesbauministerium.
Caritas-Präsident Peter Neher ergänzt mit Blick auf die Caritas: „Einrichtungen und Dienste wie beispielsweise die Behinderten-
und Altenhilfe, aber auch die Kindertagesstätten öffnen sich in die Stadtteile hinein. Sie entwickeln sich zu Zentren der
Begegnung und der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit anderen werden Probleme vor Ort angegangen und nach Lösungen gesucht. Kirche
mischt sich ein und gestaltet mit.“
„Die Kirchen spielen eine wichtige Rolle in unseren Städten. Sie bilden häufig einen Orientierungspunkt in der Stadt - nicht
nur städtebaulich. Denn die Kirchengemeinden leisten aktive Beiträge bei der Kinder- und Jugendarbeit oder dem Einbeziehen
der älteren Generation. Sie tragen so zu einem gelungenen Miteinander vor Ort bei. Wir wollen, dass diese Potenziale für eine
sozial integrierte Stadtentwicklung noch besser genutzt werden. Für eine lebenswerte Stadt spielt eine aktive Bürgergesellschaft
eine wesentliche Rolle. Und wir unterstützen das, wo wir können“ würdigt Bundesminister Peter Ramsauer das Kooperationsprojekt.
Das Kooperationsprojekt „Kirche findet Stadt“ wurde gemeinsam vom Diakonischen Werk der EKD und dem Deutschen Caritasverband
entwickelt. Zusammen mit dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
sowie der Geschäftsstelle der Evangelischen Akademien in Deutschland und dem Leiterkreis der Katholischen Akademien hat sich
ein Projektverbund konstituiert. Das Vorhaben wird im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesministerium
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bis März 2013 gefördert. Das Ziel ist es, eine breite Diskussionsplattform für das kirchliche
Handeln in Stadt und Land aufzubauen.
Kontakt:
Deutscher Caritasverband
Karin Vorhoff, Projektleiterin Arbeitsfeld Sozialräumliche Arbeit, Telefon; 0170 / 3181978, E-Mail: karin.vorhoff@caritas.de
Diakonisches Werk der EKD
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin, Telefon 030/83001-130, E-Mail: pressestelle@diakonie.de leibere
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Bleiberecht
Caritas fordert Ende der Kettenduldungen
Berlin, 08. Dezember 2011. „Menschen, die schon seit vielen Jahren nur geduldet in Deutschland leben, brauchen eine Perspektive. Die Caritas fordert
endlich ein Ende der sogenannten Kettenduldungen“, macht Caritas-Präsident Peter Neher mit Blick auf die heute beginnende
Konferenz der Innenminister in Wiesbaden deutlich.
Bereits seit vielen Jahren lebt eine erhebliche Zahl von Menschen konstant mit einer Duldung in Deutschland. Seit 2006 ringen
die Innenminister um eine Lösung für diese Menschen. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren versucht, den Betroffenen
durch verschiedene Bleiberechtsregelungen eine Perspektive zu ermöglichen. Die Problematik der sogenannten Kettenduldungen
wurde nicht gelöst, da jeweils nur Geduldete erfasst wurden, die sich zu einem bestimmten Stichtag seit mehreren Jahren im
Land aufgehalten haben.
Auch aktuell leben wieder über 50.000 Menschen seit mehr als sechs Jahren geduldet in Deutschland. Aus Sicht des Deutschen
Caritasverbandes muss deshalb eine gesetzliche Regelung gefunden werden, die ohne Stichtage auskommt.
Eine zentrale Voraussetzung jeder Bleiberechtsregelung war und ist es, den Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit
zu sichern. Auch hier muss der Gesetzgeber differenzierte Lösungen finden. „Eine Aufenthaltserlaubnis muss auch dann gewährt
werden, wenn Menschen nicht arbeiten können, weil sie alt, krank, traumatisiert oder behindert sind“ macht Neher deutlich.
Auch müssten gesellschaftlich wichtige Aufgaben, wie die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen als einer Erwerbstätigkeit
gleichwertig eingestuft werden.
Ebenso schwierig ist die Situation für Menschen mit einem sogenannten Aufenthalt auf Probe. Für rund 14.000 Menschen läuft
zum Ende des Jahres ihr vorläufiges Bleiberecht aus. Sie erhalten nur dann eine Verlängerung ihres Aufenthaltsrechts, wenn
sie nachweisen, dass sie den Lebensunterhalt ihrer Familie selbständig sichern können. Viele leben seit über zehn Jahren,
manche wesentlich länger, in Deutschland. Da sie lange Zeit als Geduldete vom Arbeitsmarkt und von Integrationsleistungen
weitgehend ausgeschlossen waren, ist es jetzt sehr schwer für sie, eine Beschäftigung zu finden. „Für diese Menschen muss
eine langfristige humanitäre Lösung gefunden werden“, fordert Neher die IMK auf. So müsse das erkennbar ernste Bemühen zur
Sicherung des eigenen Lebensunterhalts für diesen Personenkreis ausreichen, um die Aufenthaltserlaubnis zu verlängern.
Kontakt: Tobias Mohr, Referent Migration und Integration, Tel.: 0761 / 200-475, E-Mail: tobias.mohr@caritas.de
Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung
Caritas-Kampagne „Kein Mensch ist perfekt“
Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 verpflichtet, die Vorgaben der Konvention umzusetzen. Das Ziel ist es, die selbstbestimmte Teilhabe von behinderten Menschen in der Gesellschaft sicherzustellen. Doch auch wenn in den vergangenen Jahren viel erreicht wurde, gibt es immer noch viel zu tun.
Dies wird besonders deutlich in den Bereichen Bildung, Arbeit und Wohnen. „Weder die kommunale Infrastruktur noch die einzelnen Bürger sind ausreichend auf die spezifische Lebenssituation von Menschen mit Behinderung vorbereitet“, kritisiert Neher. So sei es für betroffene Eltern nach wie vor sehr schwierig, ihr behindertes Kind an einer Regelschule anzumelden. Aber auch die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, der tägliche Einkauf oder der Besuch einer Arztpraxis wird durch bauliche Hindernisse erschwert oder gar unmöglich gemacht.
„Der Deutsche Caritasverband setzt sich dafür ein, dass alle Lebensbereiche barrierefrei gestaltet werden.“ Dies sei eine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge, die Gebäude, Bildungsangebote, medizinische Einrichtungen oder Arbeitsstätten entsprechend gestalten müssten. So müsse beispielsweise bei der Stadtentwicklung verstärkt auf das Angebot barrierefreier Wohnungen geachtet werden. Dies bedeute auch, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen bei der Entwicklung von Wohnkonzepten zu beteiligen. „Wir setzen uns deswegen ganz entschieden für das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderung ein“, so Neher.
Die Caritas-Kampagne „Kein Mensch ist perfekt“ stellt in diesem Jahr die Wünsche, Erwartungen und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. Dabei wird eines deutlich: „Wir alle sind dafür verantwortlich, dass das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in unserer Gesellschaft gelingt“, betont Präsident Neher.
Mehr Informationen unter www.kein-mensch-ist-perfekt.de und www.caritas.de .
Versorgungsstrukturgesetz
Caritas sieht Nachbesserungsbedarf bei Gesundheitsreform
Berlin, 01. Dezember 2011. Mitdem am heutigen Donnerstag verabschiedeten Versorgungsstrukturgesetz hat der Gesetzgeber Maßnahmen auf den Weg gebracht,
die drohender medizinischer Unterversorgung entgegenwirken sollen. „Positiv ist zu bewerten, dass die Länder mehr Handlungsspielräume
für eine flexiblere Bedarfsplanung haben bzw. die Anreize für Ärzte, sich in unterversorgten Gebieten niederzulassen“ betont
Caritas-Präsident Peter Neher.
Der Deutsche Caritasverband hatte im Gesetzgebungsverfahren auf die Belange sozial und gesundheitlich benachteiligter Menschen
geachtet und sich u.a. für eine bessere Versorgung von Menschen mit langfristigen und hohen Bedarfen an Heilmitteln erfolgreich
eingesetzt: „Ärzte müssen nun nicht mehr befürchten, wegen langfristiger Verordnung von Heilmitteln für chronisch kranke Menschen
und Menschen mit schweren Behinderungen in Regress genommen zu werden“, so Neher. Im Gegensatz dazu sei das Versorgungsstrukturgesetz
angesichts der prekären Zahngesundheit pflegebedürftiger und behinderter Menschen hinter seinen Regelungsmöglichkeiten zurückgeblieben.
Die Vergütungszuschläge für die aufsuchende Versorgung von Menschen mit Behinderung oder Pflegebedürftigkeit, die nicht in
eine Zahnarztpraxis kommen könnten, stellten jedoch einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar.
Enttäuschend sei, dass die ambulante Versorgungslücke im Bereich der Haushaltshilfen und der häuslichen Krankenpflege nicht
geschlossen wurde. In einer Zeit, in der auch bei schwerster Erkrankung immer mehr Therapien ambulant stattfänden, müsse auch
die häusliche Versorgung und Nachsorge sichergestellt sein. „Es ist ungerecht, dass die Krankenkassen nur bei stationärem
Klinikaufenthalt der Mutter Haushaltshilfen für die Versorgung der Kinder bezahlen, während dieselben Mütter bei einer ambulant
durchgeführten Chemotherapie auf Satzungsleistungen der Krankenkassen angewiesen bleiben“. Die vom Gesetzgeber jetzt vorgesehene
„Soll“-Regelung werde an dem unbefriedigenden Zustand nichts ändern, solange die Krankenkassen weiterhin Umfang und Dauer
der ambulanten Leistung in ihrem Ermessen bestimmen könnten.
Kontakt: Dr. Elisabeth Fix, Referentin Rehabilitation, Alten- und Gesundheitspolitik, Tel.: 030 / 284447 46, Email: elisabeth.fix@caritas.de
Caritas zu Änderungen bei Minijobs
Rentenversicherungspflicht für gewerbliche Minijobs gefordert
„Wir brauchen die volle Rentenversicherungspflicht für die gewerblichen Minijobs. Alles andere ist halbherzig“, kritisiert Caritaspräsident Peter Neher den Vorschlag. „Wenn die Regierung einen Beitrag zur Reduzierung von Altersarmut leisten will, dürfen für Minijobs bei der Rentenversicherungspflicht keine Ausnahmen gelten.“ Neher äußert die Befürchtung, dass selbst mit der geplanten Änderung auch weiterhin viele Personen, die geringfügig beschäftigt sind, die Chance nicht nutzen werden, weitere Rentenpunkte zu sammeln. Gerade viele Personen im SGB II-Bezug würden nebenbei geringfügig arbeiten.
Seit Januar 2011 werden die Zeiten des ALG-II- Bezugs nur noch als Anrechnungszeiten und nicht mehr als Pflichtbeitragszeiten gewertet. Die durchgängige Zahlung von Rentenbeiträgen für geringfügige Beschäftigung während Zeiten der Arbeitslosigkeit leiste einen wichtigen Beitrag, im Alter weniger auf Grundsicherungsleistungen angewiesen zu sein, so Neher. Auch die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geplante Zuschussrente von 850 Euro können Minijobber nur bekommen, wenn sie ihren Anteil an die Rentenversicherung zahlen. Für Langzeitarbeitslose sind Minijobs oft der einzige Weg zur Zuschussrente.
Kontakt: Dr. Birgit Fix, Referentin für Arbeitsmarkt- und Armutsfragen, Telefon: 030 / 28444778; E-Mail: birgit.fix@caritas.de
Mitgliedschaft Deutscher Orden
Deutscher Orden wird Mitglied des Deutschen Caritasverbandes
Dieser Entscheidung war ein langer Prozess vorausgegangen, an dessen Ende klare Vereinbarungen getroffen wurden. So erklärt der Deutsche Orden verbindlich die Anwendung der „Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes“ (AVR) für die Mitarbeitenden seiner caritativen Einrichtungen und Dienste und seiner caritativ tätigen Unternehmen. Arbeitsverträge werden ausdrücklich unter Bezug und Anerkennung der Grundordnung und der AVR des DCV geschlossen.
Dem DCV ist bekannt, dass zum jetzigen Zeitpunkt 90 Prozent der Mitarbeitenden des DO nach AVR vergütet werden. Mit der Aufnahme als Mitglied des DCV hat der DO verbindlich erklärt, dass eine Rückführung der verbleibenden 10 Prozent der Mitarbeitenden vollumfänglich in die AVR innerhalb der nächsten fünf Jahre erfolgen wird. Diese zeitliche Festlegung ermöglicht dem Caritasrat, nach fünf Jahren eine entsprechende Überprüfung vorzunehmen und gegebenenfalls durch ein Widerrufsverfahren die Mitgliedschaft zu beenden.
Bei seiner Entscheidung zur Aufnahme des DO hat der DCV gewürdigt, dass es dem Deutschen Orden nach seiner schweren wirtschaftlichen Krise vor zehn Jahren in einem Prozess der wirtschaftlichen Konsolidierung gelungen ist, soziale Einrichtungen zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern.
Der Caritasrat entscheidet über verbandliche, politische und fachliche Fragen von besonderer Bedeutung. Ihm obliegt auch die Aufsicht und Kontrolle des Vorstandes des Deutschen Caritasverbandes.
Gesundheitsberatung für Migranten gewinnt "innovatio 2011"
Medizinstudenten engagieren sich ehrenamtlich für Regensburger Projekt
Als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas-Flüchtlingsberatung betreuen die Medizinstudenten Asylbewerber mit gesundheitlichen Beschwerden. Sie unterstützen zum Beispiel die Organisation der Arzttermine, helfen bei sprachlichen und kulturellen Barrieren und sorgen für eine kontinuierliche medizinische Begleitung der Patienten. Das Projekt wurde im Herbst 2009 ins Leben gerufen. Rund 30 Flüchtlinge haben die Medizinstudierenden seither begleitet. Mit ihrem Engagement wollen die Studenten die gesundheitliche Situation der Regensburger Flüchtlinge verbessern und die Ärzte in ihrer Arbeit unterstützen.
„Die gesamte Arbeit der Migranten-Mediziner ist von ehrenamtlichen Helfern getragen, so dass ihnen alle unsere Hochachtung gebührt“, betont Johannes Stockmeier, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD in seiner Laudatio. Dies mache auch die besondere Innovation des Projektes aus. „Junge Studierende, gerade auch um den Zeitpunkt des Physikums herum, hätten dabei allen Grund sich nur auf sich und ihr Studium und ihre Karriere zu konzentrieren. Sich dabei noch in all der beschriebenen Sensibilität an ein gesellschaftliches Thema zu machen, das uns alle bewegt und das vor allem zur Entlastung professioneller Dienste wie Ärzte und Beratungseinrichtungen dabei aber zu einem hohen zeitlichen Aufwand der Ehrenamtlichen führt, kann man nicht nur so einfach zur Kenntnis nehmen: Man muss es belohnen“, begründet er.
„Gerade für Menschen, die als Fremde nach Deutschland kommen, ist Begleitung und Unterstützung im Krankheitsfall ausgesprochen wichtig“ betont Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes.“ Die Betroffenen kennen das deutsche Gesundheitssystem nicht, viele von ihnen haben Sprachprobleme und verfügen noch nicht über ein eigenes soziales Netzwerk, das weiterhelfen könnte. Das Engagement der jungen Leute zeigt, wie sich die Fachlichkeit des Studiums mit einer sehr sinnvollen ehrenamtlichen Tätigkeit verknüpfen lässt. Und das ist wirklich beeindruckend.“
Der Sozialpreis innovatio wird in diesem Jahr zum achten Mal verliehen. Die zehn besten Projekte wurden zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Bewerben konnten sich Projekte aus Diakonie und Caritas, die sich drängender sozialer Probleme annehmen und innovative Lösungen entwickelt haben. Schirmherren sind die Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes und des Diakonischen Werkes der EKD, Peter Neher und Johannes Stockmeier. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 22.000 Euro wird durch die Bruderhilfe - Pax - Familienfürsorge, Versicherer im Raum der Kirchen, gestiftet. Gefördert wird der innovatio durch chrismon – Das evangelische Magazin.
Weitere Informationen unter http://sites.google.com/site/migrantenmedizinregenbsurg/ und http://www.innovatio-sozialpreis.de/
Hinweis für die Redaktionen: Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen von Diakonie und Caritas versandt. Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.
Jugendhilfeprojekt erhält Deutschen Naturschutzpreis 2011
Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche leisten praktische Naturschutzarbeit im mittleren Schwarzwald
Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Jugendhilfeeinrichtungen werden im Rahmen von Waldprojektwochen konkrete Forst- und Naturschutzmaßnahmen im Gebiet des Rohrhardsbergs im Mittleren Schwarzwald durchführen. Bei der Planung und Umsetzung des Projekts arbeiten Fachleute aus der Jugendhilfe eng mit dem Forstamt des Schwarzwald-Baar-Kreises und dem Naturschutz zusammen. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury den Pioniercharakter und die Vorbildfunktion des Projektkonzepts. Zur Umsetzung erhalten die Initiatoren ein Preisgeld von 90.000 Euro.
Ein Hauptanliegen des Deutschen Naturschutzpreis ist es, das Bewusstsein der Menschen für die Natur zu schärfen und sie für ein Naturschutzengagement zu motivieren. Dieses Anliegen greift das ausgezeichnete Projektkonzept in vorbildlicher und innovativer Weise auf. Es verfolgt einen erlebnispädagogischen Ansatz und stellt eine neuartige Kooperation zwischen Jugendhilfe, Forst und Naturschutz dar. Hier arbeiten Pädagogen Hand in Hand mit Fachleuten aus dem Forst und schaffen gemeinsam ein Naturbildungsprojekt, in dem sozial benachteiligte Jugendliche aktiv für den Naturschutz arbeiten und wichtige Impulse für ihre Zukunft bekommen. Während den Projektwochen erhalten sie auch intensive Einblicke in die „Grünen Berufe“ und erfahren so eine berufliche Option, die ihnen eine interessante Zukunftsperspektive eröffnen kann. Das Projekt wird Jugendliche aus ganz Deutschland erreichen und eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen.
Der Deutsche Naturschutzpreis wird 2011 erstmalig vom Bundesamt für Naturschutz als Träger und dem Outdoorausrüster Jack Wolfskin als Stifter ausgelobt. Ziel des Deutschen Naturschutzpreises ist es, das bürgerschaftliche Engagement für den Naturschutz in Deutschland zu fördern.
Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V. (BVkE) ist ein anerkannter zentraler Fachverband des Deutschen Caritasverbandes. Er ist das Netzwerk der katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen auf Bundesebene. Zum Verband zählen rund 463 Mitglieder aus allen Bundesländern, die Hilfen zur Erziehung im stationären, teilstationären, ambulanten und im Beratungsbereich anbieten. Insgesamt sind innerhalb des Verbandes knapp 20.000 Fachkräfte beschäftigt. Rund 14.000 Kinder und Jugendlichen leben zurzeit in den Mitgliedseinrichtungen. www.bvke.de
Informationen zum Projektkonzept www.wildewaldwelt.de
Liste der beteiligten Einrichtungen .
Ansprechpartner für die Presse:
Hans Scholten, Vorsitzender Bundesverband kath. Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe e. V. (BVkE), Tel: 02133 / 505-(0)15, E-Mail: h.scholten@raphaelshaus
Almud Brünner, Referentin, Tel 0761 / 200-761, E-Mail almud.bruenner@caritas.de
Thomas Zimmerling, Pressesprecher, Jack Wolfskin Ausrüstung für Draussen GmbH & Co. KGaA, Tel: 06126 / 954-301, E-Mail: thomas_zimmerling@jack-wolfskin.com
Caritas zu Eckpunkten Pflegereform
Pflegereform: Keine weitere Zeit verlieren
Auch eine nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung stehe weiterhin aus. Es sei höchst zweifelhaft, so Neher, ob mit der Beitragserhöhung um 0,1 Prozent die von der Bundesregierung aufgelisteten Eckpunkte umgesetzt und finanziert werden können. Auch ein freiwilliger Pflege-Riester könne die Finanzierungslücken nicht stopfen. Eine private Versicherung berge das Risiko, dass Menschen mit Vorerkrankungen entweder keine Versicherung erhalten könnten oder nur zu hohen Prämien. „Menschen mit niedrigem Einkommen oder im Hartz-IV-Bezug können sich eine private Zusatzversicherung einfach nicht leisten“, so Neher.
Kontakt: Dr. Elisabeth Fix, Referentin Rehabilitation, Alten- und Gesundheitspolitik, Tel.: 030 / 284447 46, Email: elisabeth.fix@caritas.de
Preisverleihung in Freiburg
Caritas verleiht Literaturpreis „Barrieren überwinden“
Der 1. Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, geht an Tom Liehr für seine Kurzgeschichte „Vielleicht ist sterben schlimmer“. Der Berliner Autor beschreibt in seiner bisher unveröffentlichten Kurzgeschichte den Alltag einer ungewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung: es geht um das Zusammenleben eines seit einem Unfall fast vollständig gelähmten Mannes und seinem erwachsenen Sohn. Die Kommunikation zwischen den beiden ist schwierig, da der Vater nicht sprechen kann. Hoffnung gibt eine technische Neuentwicklung, mit der der Vater lernen kann, sich auszudrücken.
Der 2. Preis in Höhe von 2.000 Euro wird Stefanie Haß für ihren Text „Ich will nicht wieder Kind sein“ verliehen. Der Text handelt von einer jungen Frau, die versucht trotz ihrer psychischen Erkrankung ein selbstbestimmtes, von ihren Eltern weitgehend unabhängiges Leben zu führen. Katja Hermann erhält den mit 1.000 Euro dotierten 3. Preis für ihre Kurzgeschichte „Sascha kann das schon“. Die Autorin beschreibt den Alltag eines geistig behinderten Mannes, der ohne die Hilfe der Mutter sein Leben meistern möchte. Zudem vergibt die Jury einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro für einen lyrischen Text, mit dem Bernhard Winter für sein Gedicht „Anders bin ich und doch nicht“ ausgezeichnet wird.
Der Literatur-Wettbewerb wurde in diesem Jahr erstmals anlässlich der Caritas-Kampagne „Kein Mensch ist perfekt“ ausgeschrieben und stieß auf große Resonanz. 403 Autorinnen und Autoren haben sich im Rahmen des Wettbewerbs mit der Frage beschäftigt, wie eine bessere Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen erreicht werden und wie bestehende Barrieren überwunden werden können.
Die Preisgelder wurden ermöglicht durch die Unterstützung der Bank für Sozialwirtschaft, der Teilhabeinitiative des Deutschen Caritasverbandes und dem Lambertus Verlag. Die Texte der Preisträger werden zusammen mit einer Auswahl der besten Einsendungen im Jahr 2012 in einer Anthologie veröffentlicht.
Weitere Informationen zum Literatur-Wettbewerb „Barrieren überwinden“ finden Sie unter www.cbp.caritas.de/77375.asp
Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) ist ein anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Fast 1.000 Mitgliedseinrichtungen begleiten und betreuen mit ca. 41.500 Mitarbeitenden rund 150.000 Menschen mit Behinderung oder mit psychischer Erkrankung und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
Kontakt:
Dr. Thorsten Hinz, Geschäftsführer, Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP), Telefon: 0761 / 200-301, E-Mail: thorsten.hinz@caritas.de
Caritas-Tarifpartner: Klare Position der CDU wird erwartet
Die Arbeitsrechtliche Kommission (AK) der Caritas fordert die Beteiligung der Gremien des Dritten Weges bei der Festsetzung allgemein verbindlicher Lohnuntergrenzen
Der Kompromiss des Bundesvorstandes der CDU sieht, durch Tarifparteien verhandelte, Lohnuntergrenzen vor. Als Tarifpartei im materiellen Sinn ist auch die Arbeitsrechtliche Kommission (AK) der Caritas zu verstehen. Die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes ist ein kircheneigenes, mit Vertreterinnen und Vertretern der Mitarbeitenden und der Dienstgeber paritätisch besetztes Gremium. Es legt die Arbeitsbedingungen für über 500.000 Beschäftigte in den Einrichtungen und Diensten der Caritas fest.
Im Bereich der sozialen Dienstleistungen gehört die Caritas zu den größten Anbietern. Sie bezahlt gut und will das auch weiterhin tun. Lohnuntergrenzen können helfen, den Wettbewerb wieder stärker über Qualität als über Tarife zu führen. Lohnuntergrenzen im Sozialmarkt dürfen nicht ohne die Caritas festgesetzt werden. Für alle Branchen, in denen Gremien des Dritten Weges Arbeitsbedingungen festsetzen, muss die diskutierte Kommission der Tarifpartner um einen Sonderweg entsprechend der Pflegebranche erweitert werden.
Kontakt:
Thomas Schwendele, Pressesprecher der Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission, Tel. 0170 / 203 33 32, th.schwendele@t-online.de
Finanzierung Pflegeversicherung
Vorschläge der Koalition sind ungenügender Kompromiss
Zwar bringe die geplante Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,1 Prozent rund eine Milliarde Euro mehr Einnahmen, die für die Betreuung demenzkranker Menschen eingesetzt werden soll. „Doch wir wissen bereits aus den Berechnungen des Pflegebeirats, dass wir mindestens 0,16 Prozentpunkte mehr brauchen, um den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff umzusetzen“, macht Neher deutlich.
Wichtig sei auch die Bildung eines Kapitalstocks, um die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig zu sichern. Der Vorschlag der Koalition, einen sogenannten Pflege-Riester einzuführen, sei nicht umsetzbar für Menschen, die ein erhöhtes Risiko einer Pflegebedürftigkeit haben und von privaten Versicherungen abgelehnt oder nur zu hohen Beiträgen versichert werden. Die Caritas mahnt, auch die Menschen nicht zu vergessen, die über die notwendigen finanziellen Mittel für eine private Zusatzversicherung nicht verfügen. „Personen mit niedrigem Einkommen oder Menschen im ALG II-Bezug haben ohne staatliche Unterstützung keine Möglichkeit, private Vorsorge für den eigenen Pflegefall zu treffen“, kritisiert Neher.
Caritas fordert: Weniger Bürokratie und Leistungen für alle Kinder von Asylbewerbern und Geduldeten
Berlin, 02. November 2011. „Noch immer sind die bürokratischen Hürden zu hoch, um durch die Angebote des Bildungspakets Kinder aus armen Familien umfassend zu erreichen“, kritisiert Caritas-Präsident Peter Neher die aktuelle Situation angesichts des heutigen Treffens am Runden Tisch Bildungspaket. Auch seien nach wie vor die Kinder von Asylbewerbern und Geduldeten weitgehend von den Teilhabeleistungen ausgeschlossen, da diese erst nach längerem Aufenthalt in Deutschland Ansprüche geltend machen könnten. Einige Städte nutzten zwar die Möglichkeit, auch diesen Kindern die entsprechenden Leistungen auf freiwilliger Basis zu gewähren. Dennoch bestehe dringender politischer Handlungsbedarf, denn die Berechtigung eines Kindes dürfe nicht vom Wohnort und damit vom Zufall abhängen.
Zwar sei die Zahl der Familien gestiegen, die die Leistungen beantragen. „Doch kann eine Zahl von rund 40 Prozent Antragstellern niemanden zufrieden stellen“, so Neher. Um einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit und Teilhabe zu leisten, müsse ein Großteil der Kinder aus einkommensschwachen Familien mit diesen Leistungen erreicht werden. Es sei zwingend erforderlich, das vielerorts aufwändige Antragsverfahren deutlich zu vereinfachen. Erschwerend komme hinzu, dass die Voraussetzungen für einige Leistungen so hoch seien, dass sie praktisch so gut wie nie erbracht werden könnten. „Vor allem die Nachhilfe darf nicht nur bei Versetzungsgefahr greifen“, fordert Neher.
Dringender Handlungsbedarf bestehe nach wie vor im Bereich der Schulsozialarbeit. Die im Bildungspaket vorgesehene Anschubfinanzierung muss in der Praxis endlich überall umgesetzt werden. „Die Länder müssen dafür sorgen, dass Schulsozialarbeit dann auch dauerhaft gesichert wird“, fordert Neher.
Kontakt: Claire Vogt, Juristische Referentin Abteilung Sozialpolitik und Publizistik, Telefon: 0761/200-165, E-Mail: claire.vogt@caritas.de
Caritas befürwortet Quotenregelung bei weiblichen Führungskräften
Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt zentrales Thema der Delegiertenversammlung
Im mittleren Management gebe es bei der Caritas bereits einen hohen Anteil weiblicher Führungskräfte. „Unser Ziel ist es, den Frauenanteil in Vorständen, Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien zu erhöhen“, macht Caritas-Präsident Peter Neher deutlich. „Uns ist bewusst, dass eine Quotenregelung durchaus kritisch zu sehen ist. Doch letztlich kann nur darüber eine messbare Größe definiert und die Zielerreichung überprüft werden“, so Neher.
Ein wichtiges Thema der Tagung war auch die Frage nach Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt. „Hierüber in eine öffentliche aber auch verbandliche Debatte zu kommen, scheint angesichts der Euro- und Finanzkrise und der möglichen Auswirkungen auf die nationale Handlungsfähigkeit der europäischen Staaten außerordentlich wichtig zu sein“, betont Neher. Die Caritas werde in den kommenden drei Jahren eine Solidaritäts-Initiative durchführen, die sich im nächsten Jahr mit dem Thema „Solidarität und Gesundheit“ beschäftigen wird.
Als erfolgreich kann die Umsetzung des Bundesfreiwilligendienstes im katholischen Bereich bezeichnet werden. Bis Mitte Oktober seien über 3.500 BFD-Vereinbarungen unterzeichnet worden. Etwas mehr als zehn Prozent der Freiwilligen im BFD sind älter als 27 Jahre. „Unser Ziel ist weiter, einen gemeinsamen Freiwilligendienst in der Verantwortung der Zivilgesellschaft zu schaffen“, so Neher. Es sei die originäre Aufgabe der Zivilgesellschaft und ihrer Akteure, Freiwillige zu gewinnen und zu begleiten und entsprechende Angebote zum freiwilligen Engagement zu schaffen.
In den vergangenen drei Tagen haben rund 160 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet über zentrale sozial- und verbandspolitische Fragen diskutiert. Der Delegiertenversammlung gehören Vertreter der Diözesan- und Orts-Caritasverbände, aus Fachverbänden und Ordensgemeinschaften an: www.caritas.de
Das Statement des Präsidenten finden Sie hier .
